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Geschichte und Wappen

Aus der Geschichte

Keltische Regenbogenschüsselchen aus Gold, die in Sontheim gefunden wurden. Sie stammen aus der Latènezeit, Mitte des 2. Jh. v. Chr.

Als 1934 in einer Kiesgrube in Benningen die Überreste eines Urelefanten entdeckt wurden, hatten die Forscher die erste Kunde aus der Tierwelt vor rund 800.000 Jahren in Händen. Wann allerdings die ersten Menschen im Unterallgäu lebten, das kann niemand so genau sagen. Fest steht jedoch, dass der heutige bayerische Raum schon während des Eiszeitalters, abgesehen vom sehr oft gletscherbedeckten Voralpenland, ein wichtiges Durchgangsland war – eine Brücke zwischen den altsteinzeitlichen Siedlungsräumen Süd- und Westfrankreichs, Niederösterreichs und Mährens.       

Aus der Steinzeit, also aus der Zeit bis etwa 1800 v. Chr., wurden im Landkreis zahlreiche Einzelfunde geborgen. Regelrechte Siedlungen aus dieser Zeit konnte man jedoch nicht feststellen. Erst mit den Römern durchzogen dann feste Straßen das Land, es wurden – wie verschiedene Funde belegen – auch in der Region Gutshöfe aus Stein gebaut und kleine Siedlungen angelegt.

Auf die Römer folgte der Stamm, der bis heute geblieben ist: Die Alamannen oder Schwaben. Als Urorte der alamannischen Besiedelung gelten die „-ingen“-Orte. Diese dürften in der Zeit von 300 bis 550 n. Chr. entstanden sein. Zwischen 500 und 800 n. Chr. wurden die Orte mit der Nachsilbe „-hofen“ gegründet, zwischen 800 und 1200 n. Chr. jene mit den Nachsilben „-au“, „-bach“, „-berg“, „-hausen“ und „-wang“. Die Gründung der „-heim“-Orte ist siedlungsgeschichtlich noch nicht ganz geklärt; zum Teil zählen sie auch zu den ältesten Siedlungen.

Nach Jahrhunderten, in denen vor allem verschiedene Reichsstifte und Stiftungen wie die Reichsabtei Ottobeuren oder auch das Haus Fugger die Herrschaft über die Orte im heutigen Kreisgebiet innehatten, änderten sich die Verhältnisse erst durch die Säkularisation im Jahr 1803, durch die die kirchlichen Besitztümer in weltliche Zugehörigkeit übergingen, grundlegend. Es entstanden die Landgerichte und Rentämter.

Durch die Mediatisierung (1806) verloren die bis dahin reichsunmittelbaren Reichsstädte und Standesherrschaften im neuen Königreich Bayern ihre Hoheitsbefugnisse. Dem Adel verblieb noch bis zum Jahr 1848 die niedere Gerichtsbarkeit. 1852 wurden Distriktsgemeinden gebildet, die als Vorläufer der heutigen Landkreise gelten.

1862 kam es schließlich zur vollständigen Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung: Die Bezirksämter wurden geschaffen. Schließlich erfolgte 1920 die Zusammenfassung der Distriktsgemeinden zu Bezirken. 1939 wurden die Bezirke in Landkreise und die Bezirksämter in Landratsämter umbenannt.

Der Landkreis Unterallgäu entstand schließlich bei der Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte zum 1. Juli 1972 – damals allerdings noch mit 110 Gemeinden. Erst die Gemeindegebietsreform, die am 1. Mai 1978 beendet war, verringerte die Zahl der Gemeinden auf 52. Acht Gemeinden sind so genannte Einheitsgemeinden, 44 gehören einer der elf Verwaltungsgemeinschaften an.

Wappen und Fahne

Das Wappen des Landkreises Unterallgäu erinnert an die Bedeutung des Hauses Fugger und der Reichsabtei Ottobeuren.

Das Wappen des Landkreises verdeutlicht die früheren Herrschaftsverhältnisse in der Region: Im südlichen Teil des Unterallgäus dominierte über Jahrhunderte die alte Reichsabtei Ottobeuren. Daran erinnert die goldene Rosette auf schwarzem Grund im linken Teil des Wappens. Auch das Haus Fugger mit seinen Zentren Kirchheim und Babenhausen prägte die Kreisgeschichte stark. Repräsentiert wird es durch die blaue Fuggersche Lilie auf goldenem Grund in der rechten Hälfte. Zudem standen die Herrschaften Mindelheim und Türkheim seit dem 17. Jahrhundert in enger Beziehung zu Bayern. Diesen Gedanken wiederum greifen die bayerischen Rauten auf, die gleichzeitig die bayerische Verwaltung in Schwaben seit dem frühen 19. Jahrhundert versinnbildlichen.

Die Fahne des Landkreises trägt die Farben Blau-Gelb-Blau. In ihrer Mitte ist das Kreiswappen aufgelegt.

Vom Wappen zum Logo - Symbole für Tradition und Fortschritt im Unterallgäu

Das Logo des Landkreises Unterallgäu nimmt Bezug auf Tradition, Region und Moderne.

Als alltägliches Erkennungszeichen verwendet der Landkreis seit Frühjahr 2011 ein Logo. Es kennzeichnet zum Beispiel Schreiben und Publikationen.  Das Logo verbindet das moderne Selbstverständnis des Landkreises und der Kreisverwaltung mit Traditionsbewusstsein. Bestandteile sind ein Schriftzug und ein verschiedenfarbiges Symbol.

Im Logo finden sich das Blau der Lilie und das Goldgelb der Rosette aus dem Wappen wieder. Die beiden Farben stellen einen Bezug zur Geschichte des Landkreises her. Gleichzeitig symbolisieren sie Wasser  - ein wichtiges Element der Lehre von Pfarrer Sebastian Kneipp - und Sonne. Blau und Gelb umschließen ein saftiges, frisches Grün, das für die intakte Natur und das Voralpenland Unterallgäu steht. Zusammen bilden die drei Farben eine Welle, wieder ein Hinweis auf  den Wasserdoktor  Kneipp, und sie erinnert gleichzeitig an die sanften Hügel der Voralpen.
Eine weitere Besonderheit ist die behutsame Hervorhebung des Wortbestandteils „allgäu“. Dies zeigt die Verbindung zur Region Allgäu bei gleichzeitiger Selbstständigkeit.

Logo und Wappen des Landkreises Unterallgäu sind geschützt. Beide Symbole dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Landratsamts Unterallgäu verwendet werden.

Kreisheimat- und Kreisarchivpflege

Was sollten Besitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes beachten? Welche Spuren haben die Kelten im Unterallgäu hinterlassen und wie sind bestimmte historische Kunstgegenstände einzuordnen? Oder wie wird im Unterallgäu traditionell gekocht, gesungen und getanzt? Um Fragen wie diese kümmert sich die Kreisheimatpflege. Vier Kreisheimatpfleger gibt es im Unterallgäu, das Aufgabengebiet reicht von der Denkmalpflege über die Heimatgeschichte bis hin zur Wappenkunde.

Daneben bieten im Unterallgäu drei Kreisarchivpfleger ihre Hilfe an, damit Wichtiges für die Nachwelt erhalten bleibt und Chronisten, Schüler, Studenten, Heimat- und Ahnenforscher zuverlässig Informationen aus vergangenen Tagen finden. 

Viele Informationen rund um die Kreisheimat- und Kreisarchivpflege finden Sie auf diesen Seiten unseres Internetauftritts.

 

Ansprechpartner

Heimatpflege

Engelbert Degenhart
Telefon: (08261) 995-313

Bezirk bietet kostenlose Beratung über finanzielle Hilfen an

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Stadt und Landkreis in Sachen Bildung eng verbunden

Landrat Hans-Joachim Weirather (am Tisch links) und Oberbürgermeister Manfred Schilder bekräftigten mit ihren Unterschriften die gute Zusammenarbeit in der Bildungsregion. Mit dabei waren die Mitglieder des Steuerkreises (von links): Jörg Haldenmayr, Sozialreferatsleiter und Jugendamtsleiter der Stadt, Renate Deffner, Leiterin der Volkshochschulen im Landkreis, Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß, Erwin Marschall, Sachgebietsleiter Wirtschaftsförderung im Landkreis, Christine Keller, Jugendamtsleiterin Landkreis, Saskia Nitsche, Koordinatorin Bildungsregion, Michael Haider, Wirtschaftsförderer der Stadt, Michael Trieb, Leiter der Volkshochschule Memmingen und Selin Saran, Leiterin der Abteilung Soziales im Landkreis. Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen

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